Auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten – ein Traumjob?

Wen das Fernweh plagt, der geht auf Kreuzfahrt oder arbeitet auf See. Viele Menschen denken klischeehaft über die Arbeit an Bord eines Hochseekreuzers und beneiden die Crew um das schöne Wetter, die außergewöhnliche Reiseziele oder die netten Gäste. Doch was ist wirklich dran am Mythos Seefahrt? Fakt ist: Auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten ist hart. Wer sich darauf einlässt, unterwirft sich strengen Regeln, harter Arbeit und Entbehrungen über viele Monate hinweg.

An Bord arbeiten bedeutet 24 h für Gäste verfügbar zu sein, sich der Majorität von Kapitän, Hotelmanager und anderen Vorgesetzten unterzuordnen und sich in eine internationale Crew aus vielen Nationen einzufügen. Hinzu kommen ungewohntes Essen, eine neue Umgebung, kleine Unterkünfte ohne Fenster und Uniformzwang, der sich auch auf Körperschmuck und Haarfarbe/Frisuren erstrecken kann. Das sind viele Vorgaben aber der Beruf auf See hat auch viele schöne Seiten. Die Crew wird in den sechs Monaten der Fahrenszeit zu einer Familie, die sich hilft und zusammen Spaß hat. Auf guten Schiffen ist die Bezahlung überdurchschnittlich und wird durch Trinkgelder aufgewertet. Zusätzlich locken Landgänge in den schönsten Regionen der Erde. Wer auf See arbeiten möchte, sollte möglichst eine Ausbildung abgeschlossen haben (ideal: Hotelfach, Tourismus, Sportbereich oder Lager- bzw. Hauswirtschaft), aufgeschlossen und freundlich sein und mindestens Englisch als Fremdsprache beherrschen. Bei der Wahl der Reederei sollte unbedingt auf die Gestaltung der Verträge geachtet werden. Einige ausländische Reedereien zahlen nur eine geringe Heuer von ca. 200 – 300 USD, die dann mit sogenannten Tippings (der Gast zahlt pro Tag und Person einen bestimmten Obolus an Trinkgeldern) aufgefüllt wird.

Ist das Schiff aber nicht ausgelastet, erhält die Crew eine deutlich schlechtere Bezahlung. Ein positives Beispiel ist „Silversea Cruises“, die mit hohen Salarys ohne Tipping-System, sehr guten Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord und freien Flügen von /zur Schiffsposition punkten. Auf den Clubschiffen von AIDA erfolgt die Bezahlung in €. Zusätzlich sollte die Art des Schiffes beachtet werden. Auf Clubschiffen geht es deutlich legerer zu, als auf Luxuslinern. Wer sich nicht auf einem Großkreuzer zwischen 4.000 Gästen und 2.000 Crew verlaufen möchte, wird sich nach Reedereien mit kleinen, feinen Luxuslinern (Silversea, Renaissance – mit maximal 400 Gästen) umsehen. Diese gehen regelmäßig auf Weltreise.